Tabak
Dass Rauchen ungesund ist, weiß mittlerweile jeder. Dass Tabakanbau und -pflücken heutzutage unter skandalösen Bedingungen erfolgt, ist weniger bekannt.
Mehr als 80% des weltweit gehandelten Tabaks werden in Ländern des Südens angebaut. Tabak anbauende Familien arbeiten unter sklavenähnlichen Verhältnissen. Von den großen Tabakfirmen bekommen sie beispielsweise pro Kilo Tabak 0,60 bis 0,80 US-Dollar. Knebelverträge führen dazu, dass sie beim gleichen Konzern für 1,20 US-Dollar Saatgut, Dünger, Pestizide usw., kaufen müssen, um dieses Kilo zu erzeugen. Trotz guter Ernten verarmen die Bauern immer mehr.
Die Armut zwingt auch die Kinder, als Pflücker Geld zu verdienen. In Malawi (Afrika) arbeiten auf den Tabakplantagen schätzungsweise mehr als 78 000 Kinder – manche davon erst fünf Jahre alt – jeden Tag bis zu zwölf Stunden. Weil entsprechende Schutzkleidung fehlt, nehmen sie über ihre Haut bis zu 54 Milligramm Nikotin pro Tag auf – das entspricht dem Rauch von etwa 50 Zigaretten. Die betroffenen Kinder zeigen demnach typische Symptome einer Nikotinvergiftung, beispielsweise starke Kopf- und Bauchschmerzen, Muskelschwäche, Husten und Atemnot.
Die Bäuerinnen und Bauern sind durch den Einsatz von Pestiziden und die giftige Tabakpflanze hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.
Um Anbaufläche für Tabak frei zu machen und Feuerholz zum Trocknen der Tabakblätter zu gewinnen werden Jahr für Jahr ungefähr 1,2 Millionen Hektar Wald vernichtet.
Alternativen
Leider sind auch die sogenannten Bio-Zigaretten kein unbedenkliches Produkt. Rauchen ist und bleibt ungesund. Aber nicht nur das: Allein die Herstellung verursacht Schäden für Mensch und Natur.