Natur- und Grabsteine

Natursteine wie Granit, Sandstein und Marmor werden in Deutschland zum Beispiel bei Grabsteinen, Küchenarbeitsplatten oder Außenfassa­den sowie bei der Gestal­tung öffentlicher Plätze verarbeitet. Aufgrund der günstigen Preise ist die Nachfrage nach Natursteinen aus In­dien enorm gestiegen. Dabei zahlen die Steinbrucharbeiter und ihre Familien vor Ort den wahren Preis. Schutzkleidung, Sicherheitsvorschriften oder Mindestlöhne gibt es in den oft illegal betriebenen Steinbrüchen nicht. Obwohl auch nach indischen Gesetzen verboten, arbeiten hier Tausende Kinder unter Lebensgefahr.

Rund 50 Prozent der auf deutschen Friedhöfen genutzten Steine stammen aus Indien. Tag für Tag schuften Kinder – oft keine zwölf Jahre alt – bei sengender Hitze und unsäglichem Lärm für einen Hungerlohn. Sie bearbeiten mit primitivsten Werkzeugen Steine, schleppen Felsbrocken oder Ge­steinsreste.

Die Arbeit in den Steinbrüchen ist lebensgefährlich. Dennoch sehen viele Familien keine Alternativen und siedeln sich in provisorischen Zelten oder Bretterbuden direkt am Rand eines Steinbruchs an. Die hygienischen Ver­hältnisse sind meist katastrophal, sauberes Trinkwasser gibt es kaum. Täglich sind die Menschen schutzlos dem Staub, dem quarzhal­tigen Gemisch, das sich in den Lun­gen festsetzt, ausgesetzt. Folge: Silikose (Steinstaublunge) ist eine weit verbreitete Krankheit.

 Alternativen

Auf dem deutschen Markt garantieren die Siegel XertifiX und WiN=WiN Fair Stone fair hergestellte Steine.

2007 erließ die LH München eine Änderung der Friedhofssatzung: Zugelassen werden sollten nur nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit produzierte Steine. Die Steinmetz-Innung München-Oberbayern sowie zahlreiche BürgerInnen begrüßten den Vorstoß. Leider scheiterte er an der erfolgreichen Klage eines nicht innungsgebundenen Münchner Steinmetzes.

Solange die rechtliche Grundlage für solche Friedhofssatzungsänderungen noch fehlt, müssen Kunden selbst darauf achten, Grabsteine ohne Kinderarbeit zu kaufen.

In den Mitgliedsbetrieben der Steinmetz-Innung München-Obb. kann man sich zu sauberen Grab- und anderen Natursteinen gut beraten lassen.

Steinmetz-Innung München-Oberbayern
Max-Joseph-Strase 4
80333 München
Telefon 089. 543 44 86-11
steinmetz@vvbayern.de

Infos

www.fairstone.win–win.de
www.terredeshommes.de
www.xertifix.de

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