29.05.2017

Vortrag: Die EU-Agrar- und -Fischereipolitik als Fluchtursache (20. Juni)

Der Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, Gerd Müller, rechnet für dieses Jahr mit 300.000 bis 400.000 afrikanischen Bootsflüchtlingen, die in Italien ankommen. Was treibt diese Menschen dazu, die lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer zu wagen? Neben der Hoffnung, Bürgerkrieg oder despotischen Regimen zu entkommen, sind es nicht selten auch wirtschaftliche Gründe. Wer ohne Perspektive ist, sich in der Heimat ein Leben aufzubauen, sucht eben nach einer neuen Heimat.

Sowohl die Agrar- als auch die Fischereipolitik der EU sind darauf ausgerichtet, die afrikanischen Märkte zu schwächen – zum eigenen Vorteil versteht sich. Das ermöglichen Wirtschaftsabkommen, die den afrikanischen Ländern auferlegen, ihre Märkte für EU-Importe zu öffnen und ihre Zölle nach und nach abzuschaffen – unter dem Deckmäntelchen, nur ein freier Markt würde Afrika wettbewerbsfähig machen.

Auch in der Fischereipolitik tut die EU so, als täte sie den afrikanischen Staaten noch einen Gefallen, wenn sie deren Gewässer leer fischt. Immerhin landen etwa 80 Prozent des vor den Küsten Afrikas gefangenen Fischs auf dortigen Märkten – allerdings ebenfalls zu Dumpingpreisen, die die lokalen Fischer ruinieren. Was muss geschehen, damit endlich faire Handelsbeziehungen geschaffen werden, die allen Beteiligten ihr wirtschaftliches Auskommen und damit eine Existenz im eigenen Heimatland sichern? Das und mehr wird uns ein ausgewiesener Experte zu dem Thema erklären. Am 20. Juni um 19 Uhr in der GLS-Bank.

Referent ist Francisco Marí (Brot für die Welt). Veranstalter ist die Umweltakademie in Kooperation mit Slow Food.

geschrieben von: Nord Süd Forum
zurück zur Übersicht