13.05.2019

Nachhaltigkeit bei deutschen Banken - Licht und Schatten

Nach nun mehr als 3 Jahren zeigt der Nachhaltigkeits-Check des Fair Finance Guide (FFG), der von einem intensiven Dialogprozess begleitet wird, weitere Erfolge: Insgesamt stieg das Bewertungsniveau der untersuchten Banken um > 5%. Insbesondere die Landesbank Baden-Württemberg sowie die katholische Pax-Bank haben in den vergangenen Jahren ihre Nachhaltigkeitsrichtlinien stark verbessert. Nachdem der erste FFG im März 2016 beide Banken noch auf den letzten Plätzen des Rankings verortet hatte, erfüllt die LBBW mittlerweile fast die Hälfte der Bewertungskriterien (48%). Auch die Pax-Bank konnte sich um 13 Prozentpunkte auf 79% verbessern und damit ihre Position unter den führenden Nachhaltigkeitsbanken festigen. An der Spitze des Rankings liegen wie zuvor die GLS Bank (96%), die EthikBank (95%), die Triodos Bank (87%) und die evangelische KD-Bank (82%). Großbanken wie die Commerzbank (35%), Deutsche Bank (34%), HypoVereinsbank (31%), DZ Bank (28%) und die Bayerische Landesbank (27%) unternehmen immer noch zu wenige Anstrengungen, stärkere Nachhaltigkeitskriterien zu etablieren und transparenter gegenüber ihrer Kundschaft zu werden.
Ändern soll das der FFG, dessen Ziel es ist, Transparenz für Bankkund*innen zu schaffen. Neben den Selbstverpflichtungen der Banken wird auch regelmäßig untersucht, ob die Banken die Gelder ihrer Kund*innen in kontroverse Unternehmen investieren. Viele Großbanken finanzieren nach wie vor Rüstungsexporteure, die seit Jahren in Studien von Facing Finance kritisiert werden. Nur bei vier der Geldinstitute waren keine Verbindungen zu kritischen Unternehmen festzustellen: GLS Bank, EthikBank, Triodos und KD-Bank.
Die untersuchten Banken schneiden beim Thema “Geschlechtergerechtigkeit” wie auch in den Bereichen „Transparenz und Rechenschaft gegenüber Bankkund*innen“ sowie „Klimaschutz“ durchschnittlich am schlechtesten im FFG ab.

geschrieben von: Nord Süd Forum
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