12.08.2016

Grabsteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit: offener Brief

Bereits seit 2006 wird das Thema "Natur- und Grabsteine aus Kindersklavenarbeit" intensiv diskutiert. Mittels Misereor gelang es, ein Siegel (Xertifix) einzuführen, mit dem Steine aus Indien gekennzeichnet werden, die nicht mit Kinderarbeit in Steinbrüchen hergestellt wurden. Unter anderem das Referat für Gesundheit und Umwelt, die Steinmetzinnung in München und das Nord Süd Forum München e.V. setzten sich für ein Ende der Verwendung von Grabsteinen aus ausbeuterischer Kinderarbeit ein.

Am 14. März 2007 kam es schließlich zur Änderung der Friedhofssatzung durch einen entsprechenden Stadtratsbeschluss: Auf städtischen Friedhöfen waren nur Grabsteine, die nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden, aufstellbar. Dieser Beschluss scheiterte aber letzten Endes an der erfolgreichen Klage eines nicht innungsgebundenen Münchner Steinmetzes. Von da an waren die Bundes- und Landesgesetzgeber gefordert.

Nun endlich der Erfolg: Am 22. Juli 2016 beschloss der Bayerische Landtag einstimmig, dass bayerische Städte und Gemeinden jetzt offiziell die Aufstellung von Grabsteinen aus ausbeuterischer Kinderarbeit verbieten können. In einem offenen Brief wendet sich Heinz Schulze, Vorsitzender des Nord Süd Forums München e.V., an die Firma Ludwig Schneider – Denkmale, die dafür sorgte, dass der Beschluss von 2007 damals vorerst scheiterte.

Es war ein steiniger Weg, doch: Der langjährige Einsatz hat sich gelohnt!

geschrieben von: NoSFo
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